Zollernalb | Beitrag der Redaktion (MH) | 13. Oktober 2026
Hoch hinaus: Klettern und Bouldern auf der Zollernalb

Klettern und Bouldern: zwei Wege nach oben

Klettern ist Vertikalsport mit Köpfchen. Ihr steigt mit Seil und Sicherungspartner eine Route nach oben, lest den Fels wie ein Rätsel und genießt oben die Aussicht. Bouldern ist die kompakte Variante: Ihr bleibt in Absprunghöhe, braucht kein Seil, und kurze, knifflige Boulderprobleme werden zum Puzzle für Körper und Kopf. Beides trainiert Kraft, Balance und Konzentration, und beides macht mit Freunden doppelt Spaß. Wie sieht das Ganze bei uns aus? Klettern und Bouldern auf der Zollernalb bedeutet Kalkfels am Albtrauf, Burgenblick und Wacholderheide. Wir zeigen euch, wo ihr draußen und drinnen loslegen könnt.

Warum die Zollernalb für Kletterer spannend ist

Die Schwäbische Alb ist mit rund 150 bekletterbaren Felsen das bedeutendste Klettergebiet Baden-Württembergs. Die Zollernalb gehört dazu. In Kletterführern sind fünf Felsen unserer Region beschrieben: Lochenstein, Ebinger Schlossfels, Hexenküche, Weiße Wand und Kapf. Dazu kommen Genussziele wie die Kreuzfelsen bei Kolbingen. Wer mehr Auswahl will, geht ins nahe obere Donautal, wo hochklassige Kalkwände warten.

Lochenstein und Weiße Wand: Aussicht inklusive

Der Lochenstein bei Balingen ist ein Klassiker auf den Traufgängen. Wer ihn nur zu Fuß kennt, sollte ihn einmal mit Seil erleben. Auf der Wanderung dorthin kommt ihr am Felsenmeer bei der Weilstetter Hütte vorbei, einem Naturdenkmal mit riesigen Blöcken. Zum Bouldern ist es nicht freigegeben, aber als Wanderziel unschlagbar. Die Weiße Wand und die Hexenküche ergänzen das Programm für Kletterer, die gern abseits der Hauptwege unterwegs sind.

Ebinger Schlossfels und Kreuzfelsen: Genuss am Fels

Der Ebinger Schlossfels in Albstadt liegt nah an der Stadt und eignet sich für einen Feierabendtrip. Die Kreuzfelsen bei Kolbingen gelten als Revier für Genusskletterer mit Routen in moderaten Graden. Packt euch Klemmgeräte ein und nehmt Rücksicht auf Wanderer. Wer die Zollernalb mit dem Donautal verbinden will, plant ein ganzes Wochenende.

Bouldern draußen? Lieber in die Halle!

Ehrlicher Hinweis aus unserer Recherche: Etablierte Bouldergebiete im Freien haben wir auf der Zollernalb nicht gefunden. Die Felsenmeere sind Wander- und Naturschutzgebiete. Zum Bouldern geht ihr deshalb am besten in die Hallen in Reutlingen (DAV-Kletterzentrum und DAV-Boulderhalle Räumle) und die DAV-Kletteranlage Tuttlingen. Prüft vor dem Besuch Öffnungszeiten und Angebote, denn die ändern sich oft schnell.

Klettern mit Rücksicht: Regeln auf der Alb

Felsen sind in Baden-Württemberg geschützte Biotope. Viele Felsen werden in der ersten Jahreshälfte wegen Vogelbrut flexibel gesperrt. Im Landkreis Sigmaringen gilt außerdem die Kletterverordnung von 2008. Die aktuellen Freigaben pflegt der Alpenverein im DAV-Felsinformationssystem. Für unser Gebiet kümmert sich die IG-Klettern Donautal / Zollernalb um Regeln, Wege und Pflege. Die beste Zeit zum Klettern liegt zwischen April und November. Bleibt auf den Wegen, nehmt euren Müll mit und haltet euch an die Schilder.

Euer Tagesplan: erst Fels, dann Zwiebelkuchen

Startet morgens am Lochenstein, klettert oder wandert und lasst euch Zeit für die Aussicht. Mittags geht es nach Balingen oder Albstadt, wo ihr in einem Gasthaus einkehren könnt. Regionaler Tipp: Zwiebelkuchen und Most gehören auf der Alb einfach dazu. Wenn das Wetter nicht mitspielt, tauscht ihr den Fels gegen die Halle.

Klettern und Bouldern auf der Zollernalb lohnt sich

Wer Klettern und Bouldern auf der Zollernalb entdecken will, kombiniert Fels, Aussicht und Hallen zu einem abwechslungsreichen Programm. Sucht euch einen Felsen wie den Lochenstein oder die Kreuzfelsen, besorgt euch den aktuellen Kletterführer und prüft vorher die Sperrungen. Wenn ihr danach noch Lust auf mehr habt, wartet das Donautal. Packt Kreide, Seil und gute Laune ein, und dann: ab nach oben.

Ihr sagt ja zu Sport aber nein zu schwindelerregenden Höhen? Dann ab ins Fitnessstudio!